Schläge

Ich war nie der Sadist.

Mein Hauptfetisch ist definitiv Bondage.
Hach, so eine Frau spreadeagle auf dem Bett, Knebel im Mund und Augen verbunden… ich schweife ab.

Schlagen. Spanking.
Klar. Mal ein bißchen schlagen. Gehört zu hartem Sex dazu.
Oder strafen. Ungehorsam muß bestraft werden.

Ich habe jetzt jemand. 24/7. Masochistin. TPE. Bordi.
Und plötzlich war Schlagen ein ganz anderes Thema.
Das bisher waren aus heutiger Sicht bessere Klapse.

Ich habe viel gelernt – und auch eine neue Seite an mir entdeckt.
Es macht mir auch Spaß, einer Frau körperliche Schmerzen zu bereiten. Wenn es ihr gefällt.
Und damit sind wir bei der ersten Form des Spankings.

Lustschmerz

Etwas das ich mir gar nicht vorstellen kann.
Lust aus Schmerz ziehen.
So extrem, daß man sexuell erregt wird?
Oder gar zum Höhepunkt kommt?
Es gibt Menschen, bei denen ist das so.
Und ich?
Mir geht es gar nicht um die körperliche Aktivität des Schlagens.
Ich genieße es, in ihr Gesicht zu schauen.
Ihre Reaktionen zu beobachten.
Wie sie sich in den Fesseln windet (ja, fesseln halt…)
Wie sie an den Fesseln zerrt.
Die Tränen laufen.
Und ich habe sie unter Kontrolle.
Kann aufhören.
Oder fester schlagen.
Ihre Beine knicken weg.
Ich halte sie on the edge.
In diesem Zustand zwischen Erlösung und eben nicht.
Das Flehen in ihren Augen.
Schmerz?
Lust!
Ein Griff zwischen die Beine bestätigt es.

Strafe

In einer BDSM-Beziehung und besonders bei 24/7 gibt es natürlich Regeln. Wie in anderen Beziehungen.
Der Unterschied ist, daß diese nicht gemeinsam aufgestellt werden (auch wenn natürlich auch sub einverstanden sein muß) und daß das Nichteinhalten der Regeln anders gestraft wird.
Oft ganz altmodisch mit über’s Knie legen.
Die Strafen sind festgelegt.
Dürfen nicht willkürlich sein.
Und sie müssen hart und konsequent sein.
Das gibt sub Sicherheit.
Sie müssen klar abgegrenzt sein von einer session.
Durch härteres Schlagen.
Nur mit Strafmitteln.
Oder in einer demütigenden Position.
Wobei die letzten 2 Dinge viel Kopfsache sind. Es wird als Strafe empfunden.
Und das hängt von sub ab.
Viele mögen es, hier wird als Strafe über’s Knie gelegt und mit der flachen Hand oder dem Gürtel gestraft.
Der Kopf macht bei ihr daraus wie bei einem unartigen Kind.
Und ich?
Zugegeben. Auch strafen gefällt mir. Schon. Irgendwie.
Die Macht.
Zu belohnen, zu strafen.
Strafen ist kühl.
Kontrolliert.
Gezielt.
Aber oft ist es einfach Pflicht.
Regeln sind Regeln.
Auch für den Dom.
Eine Strafe muß sein.
Sofort.
Auch wenn man keine Lust hat.
Es gibt der sub Sicherheit.
Der Herr ist gerecht.
Und konsequent.
Und wenn man dafür aus dem kuscheligen Bett aufstehen muß.
Was anziehen muß, damit der herumschwingende Dödel nicht so lächer man respekteinflössender aussieht.

Und jetzt der schwierigste Teil…
Schlagen bei Borderline.

Therapeutische Schläge

Ich weiß nicht, was Psychotherapeuten empfehlen.
Ich kann auch nicht nachempfinden, wie Bordis empfinden.
Was ich weiß, ist, daß bei Bordis – wie soll ich sagen? – der Kopf manchmal voll läuft.
(Das muß nicht allgemeingültig sein! So kommt es mir vor nach dem was mir Borderliner erzählt haben.)
Durch einen Trigger.
Oder einfach so.
Die Gedanken kreisen.
Schneller. Immer mehr Gedanken.
Unerträglich.
Kein Ausweg.
Schlechte Gedanken.
Gefühl von Wertlosigkeit.
Sie werden diese Gefühle und Gedanken nicht los – steigern sich immer weiter rein.
Ganz am Anfang kann man sie noch fangen – durch feste Umarmung und Worte.
Danach kommt der Punkt, an dem man nicht mehr an sie herankommt.
Der Punkt, an dem sie sich komplett zurückziehen.
Körperliche Nähe unerträglich wird.
Wenn sie allein sind – und das wollen sie – ritzen sie sich. Oder Gummiband. Schmerz. Qual.
Gegen den Schmerz in ihrem Kopf.
Körperlicher Schmerz als Ablenkung.
Kopf ausschalten.
Aber das ist nicht so einfach.
Und ich?
Ich steh erstmal daneben.
Fäuste geballt.
Die sub horcht nicht.
Stößt einen zurück.
Man weiß, es gibt nur einen Weg.
Man will ihn nicht gehen.
Und muß.
Das übelste Schlagwerkzeug.
Und zuschlagen.
Nochmal.
Fester.
Immer wieder.
Immer weiter.
Bei einer Masochistin, die Schmerz gewohnt ist, bis nur noch ein wimmerndes Häufchen Elend am Boden liegt.
Verdammt, das kann doch keiner wollen!
In den Arm nehmen.
Streicheln.
Halten.
Wenn sie es zuläßt, ist ihr Kopf frei.
Die schlechten Gefühle wortwörtlich rausgeprügelt.
Bis zum nächsten Mal…

Disclaimer: Das trifft alles selbstverständlich nicht für jede BDSM- / D/s- / TPE-Beziehung und erst recht nicht bei jedem Borderliner zu.

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