Jeder Jeck ist anders

Vorneweg – ich bin nicht der Über-Dom.
Dieser Beitrag wird für erfahrene Doms und subs selbstverständlich sein.
Aber in Zeiten von 50sog und dem damit verbundenen Zulauf zu BDSM kann er vielleicht eine Mahnung an unerfahrene Doms und eine Warnung für subs sein, die D/s mal ausprobieren wollen.

Im Prinzip ist alles mit einem Wort gesagt: Kommunikation.
Andererseits ist das ein großes Problem für viele, dem Partner offen seine Wünsche, Sehnsüchte, aber auch Tabus mitzuteilen.
Und dann gibt es noch die vielen Variationen bei BDSM.
Was ist BDSM?
Dom und sub. Klar.
Und dann?
Gehören Schläge zwingend dazu?
Bondage? Ketten? Seile?
Füße küssen?
Leine?
Vorführung?
Orgasmuskontrolle?

Kann BDSM nur im Schlafzimmer funktionieren? Als Spiel?
Oder muß das Machtgefälle jederzeit vorhanden sein?
Wie groß ist das Machtgefälle?

Auf diese Fragen gibt es keine allgemein gültigen Antworten.
Jeder Dom ist anders, jeder sub.

Klar, kein sub hat wohl was gegen härteren Sex oder mal einen Klaps auf den Arsch.
Auch das Halsband gehört meist einfach dazu – wobei es auch Signal sein kann.
Es gibt Doms, die auf das Halsband immer bestehen. Oder nur zuhause. Oder nur auswärts.
Oder es sub anlegen, um zu zeigen, daß das Spiel beginnt – was auch andersrum funktionieren kann. sub zeigt durch das angelegte Halsband, daß Lust vorhanden wäre.

Und hier sind wir dann bei der nonverbalen Kommunikation.
Jeder hat seine Vorstellung, wie er BDSM gerne hätte.
Das kann man zeigen – und der Partner kann es lesen.
Dies kann beim Schauen eines entsprechenden Films sein.
Ein Präsentieren des Hintern kann auf Lust auf Schläge hinweisen.
Spreadeagle auf dem Bett signalisiert Bondage.
Bei Fuß auf allen Vieren kann Spaß an Petplay heißen.
Ein Lächeln bei der Session heißt, daß die Grenze noch lange nicht erreicht ist.
Das sind nur ein paar Beispiele.
Aber sie zeigen, daß die Signale sehr viel vom sub kommen (müssen).
Der sub ist derjenige, der am ehesten physischen und insbesondere psychischen Schaden erleiden kann.
Der Dom hingegen muß die Signale lesen und interpretieren.

Natürlich hat auch der Dom seine Vorstellungen – oder auch schon Erfahrungen.
Aber diese einfach umzusetzen, weil man ja der Meister ist und sub zu gehorchen und ertragen hat, ist der wohl falscheste Weg. Im günstigsten Fall hat er einen sub gehabt, im ungünstigsten Fall hat er einen Menschen zerstört.

Liebe subs – laßt Euch nicht zerstören. Kommuniziert. Sagt, was nicht geht. Verlaßt den Meister notfalls, er ist kein Dom, ist es nicht wert.
Liebe Doms – lest Euren sub. Gebt ihm, was er braucht. Ihr habt die Verantwortung.
Liebe subs und Doms – tastet Euch langsam heran. Gebt dem Partner Zeit. Führt ihn, es ist ein schwieriges Thema.
Und seid Euch bewußt, daß manches Kopfkino das bleiben muß. Ein Kopfkino.

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